PI PA PO Kinderhilfe

PIPAPO Kinderhilfe für Vukovar Kroatien

Auf der Reise nach der zerbomten Stadt Vukovar, Kroatine (2003) ist ein eindrücklicher Film entstanden.
Grösse: 16.2 MB (ideal mit Windows Media Player)
ohne Worte.......

PI PA PO’s Reise mit MURMI nach Vukovar

Unter der Leitung von Margret (Jugendchor-Leiterin) und Herbert Sohn (Diakon von Kirchdorf) folgten 24 Kinder, Jugendliche, Erwachsene und unsere Wenigkeit, ein Teil des PI PA PO Vorstandes, der Einladung von Pater Zlatko Spehar. Er ist der Guardian des Franziskaner-Klosters von Vukovar in Kroatien. Das Reiseziel war die im kroatischen Unabhängigkeitskrieg im Jahre 1991 vollkommen zerstörte Donaustadt Vukovar. Uns war es wichtig, einmal vor Ort zu sehen, was mit unseren Spenden geschieht. Die Pfarrei Kirchdorf hat den ersten Schritt unternommen, sich für den Aufbau einer Kindertagesstätte einzusetzen. Uns hat dieses Projekt sehr angesprochen, so dass wir nicht lange überlegen mussten, um mitzuhelfen.

Früher war Vukovar eine reiche Stadt im Osten des heutigen Kroatiens. Es lebten über 80 000 Einwohner in der hübschen Stadt an Donaufluss. Vukovar war ein bedeutendes Wirtschaftszentrum der Textil- und Gummi-Industrie. Auch beschäftigte die Schweizer-Firma „Bata“ dort 21 000 Mitarbeiter. Fruchtbar war auch das Getreide und die Weinproduktion. Mit anderen Worten, es war ein ruhiges und friedliches Plätzchen an einem ganz normalen Flussufer. Die Kinder gingen zur Schule, die Eltern hatten genügend Arbeit und es fehlte ihnen an nichts…

… Doch plötzlich wurde diese Idylle im jugoslawischen Bürgerkrieg vollständig zerstört. Man kann sich die unvorstellbaren menschlichen Tragödien, die grauenhaften Angstzustände, die Ohnmacht, die Wut und die Trauer um die liebsten Kinder, die gefallenden Väter und die zerbombten Häuser unmöglich vorstellen. Unzählige Menschen, darunter viele unschuldige Kinder, verloren in der dreimonatigen Belagerung im fortwährenden Granatenhagel ihr Leben. Am Schluss lebten noch ca. 2000 Menschen in den Trümmerresten von Vukovar.

Es brauchte seine Zeit, bis die ersten Vertriebenen im Jahre 1997 wieder in die zerstörte Stadt zurück kehrten und mit dem hoffnungsvollen Wiederaufbau begannen.

Mit Pater Zlatko Spehar, Guardian des Franziskaner-Klosters, kehrte wieder Hoffnung und Zuversicht in Vukovar ein. Er setzt sich unermüdlich für die Neuerrichtung des Klosters und der Kirchen ein. Eine weisse Taube wurde zum Friedens-Symbol von Vukovar gewählt, es soll für ein friedliches Zusammenleben stehen. Pater Zlatko Spehar meint, stets mit einem Lächeln im Gesicht: „Der Krieg und der Hass haben alles was wir hatten zerstört. Liebe Menschen wurden uns genommen, unser wohlbehütetes Zuhause vernichtet. Einzig die Liebe hilft uns weiterzuleben. Wir wollen nicht Hass in unseren Herzen tragen, sondern wir versuchen mit Liebe zu ver-geben !“ Eindrücklich war auch ein Dornenkreuz, welches die Kinder mit bunten Papierblumen zum Leben erweckt haben. Auf diese Weise sehen sie in ihrem Leben eine glücklichere Zukunft. Was mag eigentlich in einer unschuldigen Kinderseele vorgehen ? Wie viel Leid und Trauer erträgt ein Kinderherz ? Unser gesunder Menschenverstand kann das alles gar nicht einordnen, kaum verstehen !! Man steht einfach nur machtlos gegenüber und spürt das Elend hautnah… Wie gut, dass es Menschen gibt, welche sich nach dieser Ohnmacht wieder fassen und helfen können. So bekommen all diese Menschen und die Kinder Dank Pater Zlatko Spehar viel Unterstützung, Kraft im Alltag und unendlich viel Verständnis.

Das Projekt „Kindertagesstätte“
Es begann alles bei der Planung im Jahre 2004 des Pfarreifestes in Kirchdorf. Durch persönliche Beziehungen der Familie Mucnjak mit Zagreb entstand die Verknüpfung mit dem kroatischen Chor „Panis Angelicus“. Spontan sagte dieser Chor zu, mit dem Kirchdorfer-Chor „coro sonoro“ am Pfarreifest gemeinsam ein Konzert zu Gunsten der Kinder von Vukovar zu geben. Pater Spehar begleitete den Chor nach Kirchdorf. Mit herzlichen und rührenden Worten schilderte er das Erlebte vieler Kinder im zerstörten Kriegsgebiet. Viele wurden zu Waisen oder Halbwaisen. Zusammen mit der restlichen Familie mussten sie sich ganz alleine in ihrer zerstörten und doch so geliebten Heimat wieder zurecht finden. Die bewegenden Worte spornten viele an zu helfen, so dass viele Besucher, während sie mit einer Hand die Tränen wischten, mit der anderen noch so gerne in den Geldbeutel griffen. Das Spendenkonto wird ausschliesslich für dieses Projekt gebraucht. Schön zu sehen, dass das Konto nun bereits schon über Fr. 30 000.— zählt, es aber dank vieler überzeugter Mitmenschen weiter wachsen kann !! Wir fühlen uns glücklich, dass auch wir zu den grosszügigen Spendern gehören.

Die Reise nach Vukovar
Spontan haben Dagmar Bodmer mit Tochter Michelle, Roger Müller mit Schwester Nicole und meine Wenigkeit mit Tochter Sara, zugesagt und uns dem Jugendchor angeschlossen. Durch eine etwas verrückte Blitz-Idee, haben wir unseren Freund und Helfer Murmi eingeladen mitzukommen. Unser Plan war eine eine Murmi-Kindersendung zu produzieren. Wir wollten unseren Kinder in der Schweiz, ferne noch unbekannte Länder zeigen und ihnen zeigen, dass die Welt leider nicht immer so „rosa“ (oder orangefarben =MURMI) ist ! Thomy Widmer, alias Geri S. Gwunder, hat die Idee sofort unterstützt und uns den Murmi mitgegeben. Leider konnte er nicht selbst mitkommen, da seine Mutter Geburtstag feierte. So wagten wir halt dieses Film-Abenteuer alleine zu bestehen…

Am 8. April ging es dann los. Der Jugendchor, die PI PA PO-Crew und Murmi samt unzähliger Schoggistängeli machten sich mit dem EUROBUS der Knecht Reisen AG, Windisch auf den Weg. Der erste Stop war in der wunderschönen Hauptstadt Kroatiens. In Zagreb besuchten wir den Chor „Panis Angelicus“ und haben jetzt noch die wundervollen Klänge im Ohr. Es war eine spezielle Atmosphäre in der Kirche. Auch Murmi konnte es nicht lassen und gesellte sich zum Chor und tanzte mit ihnen um die Wette. Der Pfarrer dieser Kirchgemeinde munterte den Murmi erst recht auf, mitzutanzen, denn er meinte, dass der liebe Herrgott auch fröhliche Stunden für uns geschaffen hat. Diese waren es in der Tat !!

Der Tag darauf führte uns in die Pfarrgemeinde Vukovar, wo wir herzlich von Pater Spehar empfangen wurden. Schön zu sehen und zu hören war, dass die Lieder, welche von den beiden Jugendchören Vukovar und Kirchdorf gesungen wurden, auf eine berührende Art verbanden. Es war einfach zu spüren, dass die Musik wirklich verbindet und die Menschlichkeit erblühte. Der Gottesdienst war sehr feierlich und die Kinder hatten mit einem Lächeln auf deren Gesichter gesungen und ihre Fürbitten ausgesprochen. Es war ein Miteinander, von welchem wir immer und immer wieder sprechen und welches uns sehr am Herzen liegt. Nach dem Gottesdienst verteilte Murmi allen Kindern Schoggi-Stängeli. Es war ein Riesenandrang und der Murmi liess jedes Kinderherz höher schlagen. Die Freude in den Kinderaugen war zu spüren und wir vom PI PA PO-Team waren einfach nur glücklich, dass wir den Kindern dies ermöglicht hatten. Viele Mitreisende brachten Pater Spehar, für die Waisenkinder, Geschenke mit. Auch war es dem PI PA PO-Team wichtig, nicht mit leeren Händen zu kommen. Den Kindern deren oft grauen Alltag, mit der feinen Schweizer-Schoggi zu versüssen und die traurigen Bilder, mit den vielen bunten Stiften farbiger und froher werden zu lassen ! Auf dem Marktplatz wurde Murmi auch von allen Seiten bewundert und herzlich begrüsst. Ein kleines Mädchen wollte ihn sogar zu sich nach Hause einladen und mit ihm spielen…

Sehr traurig und betroffen machte uns die Besichtigung durch die Stadt Vukovar. Die Zerstörung hinterliess viele sichtbare Spuren, welche in unsere Herzen eindrangen. Der Friedhof mit den vielen weissen Kreuzen und das Massengrab gaben uns noch einen tieferen Einblick ins Elend. Lange Zeit brauchten wir das Gesehene und Gehörte zu verarbeiten. Es tat gut, zwischendurch mit den Mitreisenden darüber zu sprechen und sich einfach nur auszutauschen. Beim Abschied fand Pater Spehar keine Worte sich zu bedanken für alles was wir, die Delegation aus der Schweiz, für ihn, die Bevölkerung und die vielen Kinder getan haben. Das PI PA PO-Team wurde am Schluss beschenkt, mit hübschen Strohblumen, einer Friedens-Taube und einem Poster mit dem Bild der zerstörten Hauptstrasse Vukovars. Zeichen, welche wir in unserem Alltag als Leitfaden für das Miteinander sehen werden… Pater Spehar ernannte alle jungen Besucherinnen und Besucher zu Botschaftern des Friedensgrusses. Mit der Taube werden wir nun alle immer daran erinnert…



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kinderhilfe(AT)pipapo.ch

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